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<title>Höchstpreis</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Höchstpreis</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Höchstpreise</b> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic"><i>price ceiling</i></span>, umgangssprachlich <i>Preisdeckel</i> als Lehnübersetzung von <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic">cap price</span>) sind in der <a href="Wirtschaft" title="Wirtschaft">Wirtschaft</a> ein Instrument der staatlichen <a href="Marktregulierung" title="Marktregulierung">Marktregulierung</a> durch <a href="Preisgrenze" title="Preisgrenze">Preisgrenzen</a>, bei denen ein bestimmter <a href="Preis_(Wirtschaft)" title="Preis (Wirtschaft)">Preis</a> nicht überschritten, wohl aber unterschritten werden darf. Als staatlich festgelegte (administrierte) <a href="Preisgrenze#Allgemeines" title="Preisgrenze">Preisobergrenze</a> werden sie teilweise auch als <i>Garantiepreis</i> bezeichnet. Gegensatz sind die <a href="Mindestpreis" title="Mindestpreis">Mindestpreise</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Allgemeines">Allgemeines</h2></div>
<p>In der <a href="Umgangssprache" title="Umgangssprache">Umgangssprache</a> werden Höchstpreise durch Wortkombinationen wie „-Bremse“, „-Bindung“, „-Deckel“ oder „-Stop“ umschrieben, so dass auch eine „<a href="Gaspreisbremse" title="Gaspreisbremse">Gaspreisbremse</a>“ oder „<a href="Strompreisbremse" title="Strompreisbremse">Strompreisbremse</a>“, <a href="Preisbindung" title="Preisbindung">Preisbindungen</a> oder <a href="Preisstopp" title="Preisstopp">Preisstopps</a> nichts anderes als Höchstpreise sind. Allerdings können die in Deutschland vom Herbst 2022 bis 31. Dezember 2023 praktizierten Gas- und Strompreisbremsen nicht direkt aus dem unten dargestellten Modell des Marktgleichgewichtes abgeleitet werden. In diesem Modell wird angenommen, dass der Höchstpreis für Nachfrager <i>und</i> Anbieter gelte. Die Gas- und Strompreisbremsen stellten jedoch einen asymmetrischen wirtschaftspolitischen Eingriff dar. Sie garantierten den Nachfragenden bis zu einer bestimmten Absatzmenge den niedrigen Höchstpreis und zugleich dem Anbieter den höheren Markt- bzw. Vertragspreis. Der Staat bezahlte den Gas- und Stromanbietern die Differenz zwischen Vertrags- bzw. Marktpreis und dem „gebremsten“ Preis. Die Preisbremsen sind also nicht identisch mit dem „Höchstpreis“ des klassischen Gleichgewichtsmodells. Sie sind eine Preissubvention des Staates aus Steuermitteln.
</p><p>In <a href="Marktwirtschaft" title="Marktwirtschaft">marktwirtschaftlichen</a> Systemen können <a href="Marktpreis" title="Marktpreis">Marktpreise</a> auf freien <a href="Markt" title="Markt">Märkten</a> unbegrenzt schwanken, denn sie sind ausschließlich den <a href="Marktmechanismus" class="mw-redirect" title="Marktmechanismus">Markt-</a> und <a href="Preismechanismus" class="mw-redirect" title="Preismechanismus">Preismechanismen</a> von <a href="Angebot_(Volkswirtschaftslehre)" title="Angebot (Volkswirtschaftslehre)">Angebot</a> und <a href="Nachfrage_(Mikro%C3%B6konomie)" title="Nachfrage (Mikroökonomie)">Nachfrage</a> und der freien <a href="Preisbildung" class="mw-redirect" title="Preisbildung">Preisbildung</a> unterworfen. Dabei kann es jedoch zum <a href="Marktversagen" title="Marktversagen">Marktversagen</a> kommen, das sich auch in extrem hohen oder extrem niedrigen Preisen äußern kann. Dann kann die <a href="Wirtschaftspolitik" title="Wirtschaftspolitik">Wirtschaftspolitik</a> zunächst durch <a href="Moralischer_Appell" title="Moralischer Appell">moralische Appelle</a> oder – im Falle der Nichtbeachtung durch die <a href="Marktteilnehmer" title="Marktteilnehmer">Marktteilnehmer</a> – auch ausnahmsweise gesetzliche oder behördlich <a href="Anordnung_(Recht)" title="Anordnung (Recht)">angeordnete</a> Maßnahmen durch Höchst- oder Mindestpreise ergreifen. Es handelt sich dabei um systemwidrige und nicht marktkonforme <a href="Markteingriff" class="mw-redirect" title="Markteingriff">Markteingriffe</a>,<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> weil Höchst- oder Mindestpreise die freie Preisbildung außer Kraft setzen. Die Einführung von Höchstpreisen dient dem Nachfragerschutz, die Setzung von Mindestpreisen dem Anbieterschutz.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Höchstpreise gab es bereits in der <a href="Antike" title="Antike">Antike</a>. Kaiser <a href="Diokletian" title="Diokletian">Diokletian</a> schrieb im Jahre 301 durch sein <a href="H%C3%B6chstpreisedikt" title="Höchstpreisedikt">Höchstpreisedikt</a> Höchstpreise für <a href="Ware" title="Ware">Waren</a> und <a href="Dienstleistung" title="Dienstleistung">Dienstleistungen</a> vor,<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> deren Überschreitung in der <a href="Ultima_ratio" class="mw-redirect" title="Ultima ratio">ultima ratio</a> mit der Todesstrafe geahndet werden konnte. Im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> wurden Höchstpreise manchmal in Kirchenmauern eingemeißelt.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den damals häufigen <a href="Mangel_(Quantit%C3%A4t)" title="Mangel (Quantität)">Mangellagen</a> war es selbstverständlich, dass die Behörden für lebensnotwendige Güter Höchstpreise festsetzten. Bei den Getreidepreisen aus <a href="England" title="England">England</a> und <a href="Antwerpen" title="Antwerpen">Antwerpen</a> ließen sich drei Zyklen mit Höchstpreisen in den Jahren 1367, 1369/70 und 1374 unterscheiden.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Konstanzer Stadtrat sah sich zu Beginn des Jahres 1415 genötigt, Höchstpreise festzusetzen, und zwar für Getreide und Brot, das nicht nur in Konstanz selbst gebacken, sondern mit Karren und mit Schiffen auf den Konstanzer Markt gebracht wurde; sodann für Bohnen, Linsen, Gerste, Zwiebeln, Rüben und Weißkohl, desgleichen für Weine.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Maximilien_de_Robespierre" title="Maximilien de Robespierre">Maximilien de Robespierre</a> führte auf Druck der <a href="Sansculottes" title="Sansculottes">Sansculotten</a> und zur Versorgung der Armee im Mai 1793 durch das <a href="Maximumgesetz" title="Maximumgesetz">Maximumgesetz</a> Höchstpreise für Getreide ein, im September 1793 folgte dann das „Große Maximum“ (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">französisch</a></span> <span lang="fr-Latn" style="font-style:italic"><i>grande maximum</i></span>), das nicht nur Lebensmittel, sondern auch die Löhne betraf und für dessen Missachtung die Todesstrafe drohte.
</p><p>Im August 1914 verabschiedete der <a href="Reichstag_(Deutsches_Kaiserreich)" title="Reichstag (Deutsches Kaiserreich)">Reichstag</a> zur Vorbereitung der Wirtschaft auf den Kriegsfall auch ein „Gesetz betreffend Höchstpreise“. Es ermächtigte die Behörden, Höchstpreise für Massengüter und Gegenstände des täglichen Bedarfs festzusetzen, um Preissteigerungen zu verhindern, die nicht „in der Natur der Verhältnisse begründet sind“. Erst die administrativen Höchstpreise machten eine Unterscheidung zwischen <i>offener</i> und <i>gestauter</i> (verdeckter) <a href="Inflation" title="Inflation">Inflation</a> erforderlich.
</p><p>Im <a href="Dirigismus" title="Dirigismus">Dirigismus</a> des <a href="Sozialismus" title="Sozialismus">Sozialismus</a> oder der <a href="Zentralverwaltungswirtschaft" title="Zentralverwaltungswirtschaft">Zentralverwaltungswirtschaft</a> sind Höchstpreise systemimmanent und allgegenwärtig. Sie sollen vor allem die <a href="Verbraucher" title="Verbraucher">Verbraucher</a> schützen, indem der Staat insbesondere die Preisobergrenze für <a href="Grundbed%C3%BCrfnis" title="Grundbedürfnis">Grundbedürfnisse</a> (<a href="Lebensmittel" title="Lebensmittel">Lebensmittel</a>, <a href="Wohnungsmiete" class="mw-redirect" title="Wohnungsmiete">Wohnungsmiete</a>, <a href="Heizung" title="Heizung">Heizung</a> oder <a href="%C3%96PNV" class="mw-redirect" title="ÖPNV">ÖPNV</a>) oder Haushaltsgegenstände administrativ festlegt,<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> um einkommensschwachen Bevölkerungsschichten das <a href="Finanzrisiko" title="Finanzrisiko">Finanzrisiko</a> zu vermindern. In der ehemaligen <a href="DDR" class="mw-redirect" title="DDR">DDR</a> war staatlich geregelt, dass Preise ein bestimmtes Niveau nicht übersteigen dürfen. Die <a href="Subventionierung" class="mw-redirect" title="Subventionierung">Subventionierung</a> von Lebensmitteln, Energie, Miete und Fahrpreisen galt als Gegenstück zur kapitalistischen <a href="Lohn-Preis-Spirale" title="Lohn-Preis-Spirale">Lohn-Preis-Spirale</a>. So gab es in der DDR bis zur <a href="Wende_und_friedliche_Revolution_in_der_DDR" title="Wende und friedliche Revolution in der DDR">Wende</a> im März 1990 Höchstpreise für Haushaltsstrom und Haushaltsgas, während die Höchstpreise für Heizenergie des Haushaltsbedarfs bis April 1991 galten.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktionsweise">Funktionsweise</h2></div>

<p>Bei zu <a href="Knappheit" title="Knappheit">knappem</a> Angebot steigen die Marktpreise so stark, dass die angebotenen <a href="Gut_(Wirtschaftswissenschaft)" title="Gut (Wirtschaftswissenschaft)">Güter</a> oder <a href="Dienstleistung" title="Dienstleistung">Dienstleistungen</a> für breite Verbraucherschichten unerschwinglich werden. Die hohen Marktpreise begünstigen damit die Anbieter und benachteiligen die Nachfrager. Marktbedingte Knappheit des Angebots (etwa wegen <a href="Missernte" class="mw-redirect" title="Missernte">Missernten</a>, <a href="Produktionsprogramm#Engpässe" title="Produktionsprogramm">Produktionsengpässen</a>, <a href="Monopol" title="Monopol">Monopolbildung</a>, auch beim <a href="Nat%C3%BCrliches_Monopol" title="Natürliches Monopol">natürlichen Monopol</a>) oder durch externe Ereignisse (<a href="Naturkatastrophe" title="Naturkatastrophe">Naturkatastrophen</a>, <a href="Krieg" title="Krieg">Kriege</a>, <a href="%C3%96lpreiskrise" title="Ölpreiskrise">Ölpreiskrise</a>) führen zu deutlichen Preissteigerungen, bis der Staat durch Marktregulierung eingreift, um mit Hilfe von Höchstpreisen weitere Preissteigerungen zu verhindern. Höchstpreise werden eingeführt, um <a href="Produzentenrente" title="Produzentenrente">Produzenten-</a> und/oder <a href="Produktionsfaktor" title="Produktionsfaktor">Faktorrenten</a> zu verhindern oder sie an die Konsumenten umzuverteilen.
</p><p>Höchstpreise <span class="mwe-math-element mwe-math-element-inline"><span class="mwe-math-mathml-inline mwe-math-mathml-a11y" style="display: none;"><math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" alttext="{\displaystyle (q1)}">
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<mo>,</mo>
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</math></span><img src="./_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/d506388ff12fe765befc8388885ce82f06191049.svg" class="mwe-math-fallback-image-inline mw-invert skin-invert" aria-hidden="true" style="vertical-align: -0.838ex; width:7.407ex; height:2.843ex;" alt="{\displaystyle (p*,q*)}" loading="lazy"></span>, sogar auch unter den <a href="Herstellungskosten" title="Herstellungskosten">Herstellungskosten</a>. Dadurch wird es für die Anbieter unattraktiv, ihr Angebot zu erhöhen, vielmehr ist sogar eine weitere Angebotsverknappung zu beobachten, die die Preissituation noch verschärft. Weil in der früheren DDR die Wohnungsmieten (Höchstpreise) nicht ausreichten, um die Häuser instand zu halten, verfielen die Bauten (Angebotsverknappung).<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Höchstpreise verhindern, dass die Preise bis auf das <a href="Marktgleichgewicht" title="Marktgleichgewicht">Marktgleichgewicht</a> steigen, während Mindestpreise verhindern, dass die Preise bis auf das Marktgleichgewicht fallen. Preisstopps während einer <a href="Inflation" title="Inflation">Inflation</a> oder <a href="Hyperinflation" title="Hyperinflation">Hyperinflation</a> haben den Charakter von Höchstpreisen,<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wenngleich sie meist alle Waren oder Dienstleistungen (auch Löhne durch gleichzeitigen Lohnstopp) erfassen, während Höchstpreise nur bestimmte Waren betreffen. Während des Preisstopps verschieben sich meist die Knappheitsrelationen, was in den Preisen nicht zum Ausdruck kommt. Daher ergeben sich nach Ablauf des Preisstopps oft drastische Preisänderungen durch aufgestaute Inflation.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Arten">Arten</h2></div>
<p>Hier einige Beispiele für Höchstpreise:
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zinsreglementierung_1937">Zinsreglementierung 1937</h3></div>
<p>In <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a> gab es seit Januar 1937 eine staatliche Zinsreglementierung, die mit Hilfe der „Zinsverordnung“ den <a href="Kreditinstitut" title="Kreditinstitut">Kreditinstituten</a> im „Sollzinsabkommen“ Höchstzinssätze vorschrieb, die im <a href="Kreditgesch%C3%A4ft" class="mw-redirect" title="Kreditgeschäft">Kreditgeschäft</a> nicht überschritten und im „Habenzinsabkommen“ beim <a href="Einlagengesch%C3%A4ft" class="mw-redirect" title="Einlagengeschäft">Einlagengeschäft</a> maximal vergütet, aber auch unterschritten werden durften. <a href="Sollzins" title="Sollzins">Sollzinsen</a> und <a href="Habenzins" title="Habenzins">Habenzinsen</a> blieben dadurch stabil. Diese Zinsverordnung endete im April 1967. In der <a href="W%C3%A4hrungspolitik" title="Währungspolitik">Währungspolitik</a> stellen die im Juli 1944 eingeführten <a href="Wechselkursbandbreite" title="Wechselkursbandbreite">Wechselkursbandbreiten</a> bei <a href="Fremdw%C3%A4hrung" title="Fremdwährung">Fremdwährungen</a> Mindest- oder Höchstpreise dar, die durch <a href="Devisenmarktintervention" title="Devisenmarktintervention">Devisenmarktintervention</a> der <a href="Zentralbank" title="Zentralbank">Zentralbanken</a> eingehalten werden. Erreicht eine Währung den Höchstpreis („oberer Interventionspunkt“), muss die betroffene Zentralbank durch Verkauf von Devisen eingreifen. Zwischen 1948 und 1958 gab es einen Höchstpreis für <a href="Kohle" title="Kohle">Kohle</a>, um das allgemeine <a href="Preisniveau" title="Preisniveau">Preisniveau</a> zu stabilisieren,<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> bis September 1963 bestand ein Höchstpreis für <a href="Trinkmilch" class="mw-redirect" title="Trinkmilch">Trinkmilch</a>.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1950 erließ die Bundesregierung Rechtsnormen, „Anordnung PR Nr. 31/50 und PR Nr. 32/50“ über Höchstpreise für Kupfer und Zink.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ölpreiskrise_1972"><span id=".C3.96lpreiskrise_1972"></span>Ölpreiskrise 1972</h3></div>
<p>Die Ölpreiskrisen nach Oktober 1973 und nach Januar 1979 führten zwar zu einer drastischen Verknappung und Verteuerung der <a href="Kuppelprodukt" class="mw-redirect" title="Kuppelprodukt">Kuppelprodukte</a> wie <a href="Motorenbenzin" title="Motorenbenzin">Benzin</a> oder <a href="Heiz%C3%B6l" title="Heizöl">Heizöl</a>, doch reagierten die betroffenen Staaten anstatt mit Höchstpreisen durch Beschränkungen der <a href="Nachfrage" title="Nachfrage">Nachfrage</a>. Das deutsche <i>Energiesicherungsgesetz</i> verhängte an vier <a href="Autofreier_Sonntag" class="mw-redirect" title="Autofreier Sonntag">autofreien Sonntagen</a>, beginnend mit dem 25. November 1973, ein allgemeines <a href="Wochenendfahrverbot#Geschichte_des_Fahrverbots" title="Wochenendfahrverbot">Fahrverbot</a> und führte für sechs Monate generelle <a href="Zul%C3%A4ssige_H%C3%B6chstgeschwindigkeit_im_Stra%C3%9Fenverkehr_(Deutschland)#Geschichtliche_Entwicklung" title="Zulässige Höchstgeschwindigkeit im Straßenverkehr (Deutschland)">Geschwindigkeitsbegrenzungen</a> (100&nbsp;km/h auf <a href="Autobahn_(Deutschland)" title="Autobahn (Deutschland)">Autobahnen</a>, ansonsten 80&nbsp;km/h) ein.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mietpreisbindung">Mietpreisbindung</h3></div>
<p>Der knappe <a href="Wohnraum" title="Wohnraum">Wohnraum</a> löste immer wieder <a href="Mietpreisbindung" title="Mietpreisbindung">Mietpreisbindungen</a> aus.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die erste staatliche Preisbindung der Miete erfolgte durch das <i>Reichsmietengesetz</i> vom März 1922, im Oktober 1936 wurden von den <a href="Nationalsozialismus" title="Nationalsozialismus">Nationalsozialisten</a> ein Mietpreisstopp verhängt und weitere Mietpreisbehörden eingerichtet.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ab August 1963 durften die Vermieter in Westdeutschland ihre Mietforderung „angemessen“ bis zu einem Höchstsatz von 25 Prozent erhöhen, ab 1964 gab es auch für Altbaumieten keine Höchstgrenzen mehr.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seit Juni 2015 ist das als <a href="Mietpreisbremse#Mietpreisbremse_(2015)" class="mw-redirect" title="Mietpreisbremse">Mietpreisbremse</a> bekannte <i>Mietrechtsnovellierungsgesetz</i> in Kraft, wonach in einem so genannten „angespannten Wohnungsmarkt“ die verlangte Miete höchstens 10&nbsp;% über der ortsüblichen <a href="Vergleichsmiete" title="Vergleichsmiete">Vergleichsmiete</a> liegen darf (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__556d.html">§&nbsp;556d</a></span> <a href="B%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch" title="Bürgerliches Gesetzbuch">BGB</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Preisabsprachen,_Preiskartell"><span id="Preisabsprachen.2C_Preiskartell"></span>Preisabsprachen, Preiskartell</h3></div>
<p>Höchstpreise können jedoch auch das Ergebnis eines verbotenen <a href="Preiskartell" class="mw-redirect" title="Preiskartell">Preiskartells</a> sein. Hierbei treffen <a href="Wettbewerb_(Wirtschaft)" title="Wettbewerb (Wirtschaft)">Wettbewerber</a> untereinander unzulässige <a href="Preisabsprache" class="mw-redirect" title="Preisabsprache">Preisabsprachen</a> mit dem Ziel, bestimmte Produkte nicht über einem Höchstpreis zu verkaufen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wirtschaftliche_Aspekte">Wirtschaftliche Aspekte</h2></div>
<p><a href="H%C3%B6chstpreisregulierung" title="Höchstpreisregulierung">Höchstpreisregulierungen</a> für einzelne lebenswichtige Güter werden in der Regel dann eingeführt, wenn in <a href="Mangel_(Quantit%C3%A4t)" title="Mangel (Quantität)">Mangelsituationen</a> eine Verteilung der vorhandenen Güter unter die Nachfrager mit Hilfe des Preises und damit aufgrund der begrenzten <a href="Zahlungsf%C3%A4higkeit" class="mw-redirect" title="Zahlungsfähigkeit">Zahlungsfähigkeit</a> der Nachfrager als unbefriedigend und ungerecht empfunden wird.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Höchstpreise zielen darauf ab, <a href="Sozial" title="Sozial">sozial</a> oder <a href="Volkswirtschaft" title="Volkswirtschaft">volkswirtschaftlich</a> unerwünschte <a href="Gewinn" title="Gewinn">Gewinne</a> zu vermeiden.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Durch Höchstpreise sinkt die <a href="Produzentenrente" title="Produzentenrente">Produzentenrente</a> gegenüber dem <a href="Marktgleichgewicht" title="Marktgleichgewicht">Marktgleichgewicht</a>, während die <a href="Konsumentenrente" title="Konsumentenrente">Konsumentenrente</a> entsprechend steigt.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Beim Höchstpreis unterbleibt die gewünschte Ausweitung des Angebots. So macht beispielsweise die Mietpreisbindung wegen limitierter <a href="Mietrendite" title="Mietrendite">Mietrendite</a> den <a href="Wohnungsbau" title="Wohnungsbau">Wohnungsbau</a> unattraktiv, es entsteht ein <a href="Verk%C3%A4ufermarkt" class="mw-redirect" title="Verkäufermarkt">Verkäufermarkt</a>, bei dem die <a href="Verhandlungsmacht" title="Verhandlungsmacht">Verhandlungsmacht</a> beim Verkäufer (Vermieter) liegt.
</p><p>Mit der Einführung von Höchstpreisen ist oft eine <a href="Rationierung" title="Rationierung">Rationierung</a> verbunden, es werden <a href="Lebensmittelmarke" class="mw-redirect" title="Lebensmittelmarke">Bezugsscheine</a> ausgeteilt, <a href="Warteliste" title="Warteliste">Wartelisten</a> oder <a href="Warteschlange" title="Warteschlange">Warteschlangen</a> sind die Folge. Es entsteht ein Nachfrageüberschuss, auch weil für die Anbieter die <a href="Produktion" title="Produktion">Produktion</a> betroffener Waren unattraktiv wird und sie deshalb ihr Angebot verknappen.
</p><p>Die Einhaltung der verordneten Höchstpreise führt dazu, dass mit Höchstpreisen für die Nachfrager eine Preisgrenze verbunden ist, so dass sie mit weiteren – über den Höchstpreis hinausgehenden – Preissteigerungen nicht rechnen müssen. Eine Überschreitung der Höchstpreise wird oft mit Strafe (etwa <a href="Bu%C3%9Fgeld" class="mw-redirect" title="Bußgeld">Bußgeld</a>) bedroht, es entsteht schließlich ein <a href="Schwarzmarkt" title="Schwarzmarkt">Schwarzmarkt</a>, auf dem die Höchstpreise überschritten werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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